Freitag, 30. September 2016

Diagnose Borderline und nun?

Moin zusammen,
Wenn ich ehrlich bin hat mich die Diagnose "mittelschwere Depressionen und eine PersönlichkeitsStörung des Typ Borderline" nicht wirklich aus den Socken gehauen. Bereits mit 16 besuchte ich eine Praxis für Kinderpsychologie, wo mir bereits Symptome der Krankheit nach gewiesen worden sind. Man umfasste das ganze damals als nette Phase aus der man wieder raus wächst. Na ja, allem Anschein bin ich das nicht. 
Ich habe mich immer so durchs leben geschlagen und versucht mich nie vom Borderline beeinflussen zu lassen. Wenn man durchs Internet surft und gezielt nach Borderline sucht finden man Haufen an Symptomen etc. Ich habe mich eine zeitlang darin verloren bis ich mir sagte Ray lass das mal. Plötzlich erfüllst du alles was du liest. Bist du Panne?  
Ich habe es dann gelassen und einfach so dahin gelebt. Klar War die Diagnose von damals immer in meinem Kopf und die Narben an meinem Körper erinnerten mich auch immer dran, aber ich wollte es einfach nicht mehr wahrhaben. 
Mit 20 bin ich dann schwanger geworden und von heute auf morgen musste ich mein Leben ändern. Heute würde ich sagen da begann der Kampf um mein Lachen.
Ich habe mir immer gesagt, mensch wie sollst du deinem Kind erklären warum deine arme und Beine so aussehen wie sie aussehen? Eine ganze zeitlang habe ich mir vorgelogen alles sei gut und mein Sohn bekommt nichts mit, bis zu dem Zeitpunkt als mir bewusst wurde das Kinder ein Spiegel unsererselbst sind. Und da begann es klick zu machen.
Ich begab mich anfangs mit leichten misstrauen in eine Einrichtung für Eltern mit psychischen Störungen. Dort habe ich viele Einzelsitzungen aber auch einige Gruppengespräche gehabt. Dadurch habe ich mich immer stärker gefühlt, doch privat lief es gar nicht.
Anfang des Jahres war ich an einem Punkt das ich nicht mehr konnte und nicht mehr wollte. Mir war alles egal. Dank meiner Psychologin habe ich die Kurve aber noch mal bekommen. Ich habe Antidepressiva verschrieben bekommen und habe mich für einen Platz in der Tagesklinik angemeldet. Zurückblickend eine der besten Entscheidungen.
Die Einstellung der Tabellen War die Hölle. Ich war durchgehend müde und erschöpft. Aber seit der Einstellung geht es mir echt gut. Die Tagesklinik hat mir geholfen mich und meine Krankheit noch mal besser zu verstehen. Ich habe vieles an die Hand bekommen um mich in Notfallsituationen unten zu halten und meinen inneren Druck kontrollieren zu können. Seitdem habe ich meine Diagnose auch schwarz auf weiß. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, aber nun weiß ich genau woran ich abreiten muss.
Ich werde nicht aufgeben. Alleine für meinen Sohn lohnt sich der harte weg zurück zu meinem lächeln. Irgendwann möchte ich das alles ohne Tabletten mit ihm genießen können. Ich möchte einfach wieder lachen und leben.

Liebste grüße
Ray

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